Rückblick

Joseph Schumpeter Symposium anlässlich des Jubiläums 100 Jahre DFK (2)

  • Die Rolle von Innovation & Unternehmertum in Staat, Wirtschaft & Gesellschaft
  • Grandioses Symposium des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in
    Innsbruck e.V. (DFK) zur renommierten „Schule der österreichischen Nationalökonomie“
  • Hochrangige Gäste, spannende Diskussionen, wertvolle Impulse

Freitag, 14. Oktober 2022  |  13:30 – 17:30 Uhr
Kaiser-Leopold-Saal, Theologische Fakultät der Universität Innsbruck, Karl-Rahner-Platz, 6020 Innsbruck

„Universitäten treffen Freunde“. Unter diesem sympathischen Motto veranstaltet der traditionsreiche Deutsche Freundeskreis der Universitäten in Innsbruck e.V. (DFK) gemeinsam mit den Universität Innsbruck (LFUI), Medizinischer Universität Innsbruck (MUI) und MCI seit vielen Jahren Freundschaftstreffen in Deutschland und Österreich mit hochrangigen Persönlichkeiten mit Bezug zum Universitätsstandort Innsbruck.

Anlässlich seines 100-jährigen Bestandsjubiläum fand im Rahmen des Jahrestreffens in Innsbruck erstmalig das Joseph-Schumpeter Forum statt, welches in Partnerschaft mit dem renommierten Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria organisiert und gleichermaßen kompetent wie geistreich von der Direktorin Monika Köppl-Turyna durchmoderiert wurde.

Zahlreiche Studierende, Alumni, Vertreterinnen und Vertreter der Innsbrucker Hochschulen und Gäste aus Wirtschaft & Gesellschaft folgten der Einladung zu diesem hochkarätigen besetzen Symposium.

Professor Lars Feld, Lehrstuhlinhaber an der Albrecht-Ludwigs-Universität Freiburg und Direktor des dortigen Walter Eucken Instituts zeigte in seinem eindrücklichen Vortrag, wie Europa mit Produktivität und Innovation Europa wieder nach vorne zu bringen ist. Letztlich sind die Innovationsausgaben zu stark auf Großunternehmen konzentriert. Innovationshemmnisse für KMU sind gezielt zu reduzieren, die Vollkaskomentalität am europäischen Kontinent – insbesondere in Deutschland und Österreich – müssen abgebaut werden.
Die Politik muss sich auch einmal dazu bekennen, dass im Sinne des Schumpeter’schen Erkenntnisses der „schöpferischen Zerstörung“ Wirtschaftsleben und Unternehmertum nur dann florieren können, wenn man Neues entstehen lässt, was notwendigerweise auch bedeutet, dass Regulierung dies ermöglichen muss, nicht mehr Erfolgreiches nicht durch Förderungen ewig am Leben erhalten werden kann. Gleiches gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berufen oder Branchen, die dringend andernorts benötigt werden und nicht ewig bestehenden Bereichen gehalten werden können.

Der meistzitierte Ökonom im deutschspracheigen Raum Bruno Frey ist Visiting Professor an der Universität Basel und Research Director von CREMA – Center for Research in Economics, Management and the Arts in Zürich. Er wirft die provokante Frage auf, ob Schumpeter mit den heutigen Universtäten zurechtkommen würde. Kann man dort noch unorthodox denken oder sind die dortigen Strukturen, Konventionen, Regularien und kulturellen Haltungen mittlerweile zu starr? Dass unkonventionelle Vortragende zu wichtigen Themen mittlerweile ausgeladen werden oder auf derartige Diskussionen überhaupt verzichtet wird, weil jemand dagegen sein oder sich in persönlichen Empfindungen verletzt fühlen könnte, ist eine bedenkliche Entwicklung und zeigt wie berechtigt die Frage nach dem verbliebenen Freiraum an Universitäten und Schulen mittlerweile ist. Vor diesem Hintergrund ist es nötig, starre Führungs- und Organisationsstrukturen wiederkehrend zu hinterfragen und neue Institutionen, Geschäftsmodelle und Denkansätze.

In überaus lebhaften Podiumsdiskussionen, kompetent moderiert von Andreas Schnauder, Chefredakteur des renommierten „Pragmaticus“ kommen Rahim Taghizadegan, Leiter des Scholariums in Wien, Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria in Wien, Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung Österreich, sowie Lars Feld über „Staat und Markt – quo vadis?“ zur Einsicht, dass das Schumpeter’sche Diktum der „schöpferischen Zerstörung“ mehr denn je von Relevanz ist, Politik und Wirtschaft Führungspersönlichkeiten benötigen, Mut zu Innovation der entscheidende Faktor für den zukünftigen Wohlstand ist und eine systematische Verankerung der Erkenntnisse von „Austrian Economics“ in Studien- und Lehrplänen gefördert werden sollte.

Mit dem Thema „Innovation und Unternehmertum in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“ befassen sich in der zweiten Podiumsrunde Veit Dengler, erfolgreicher Verlagsmanager und Senior Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism in Oxford, Anna Schneider, Chefreporterin der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Die Welt in Berlin, Katja Hutter, Professorin für Innovation & Entrepreneurship an der Universität Innsbruck sowie der österreichische Staatssekretär für Digitalisierung Florian Tursky. Innovation, so die gemeinsame Erkenntnis, ist nicht nur eine Frage der politischen Rahmenbedingungen und Führungseliten in Wirtschaft und Gesellschaft, sondern insbesondere auch eine Frage der familiären und schulischen Erziehung. Mut zum Ausprobieren von Neuem, Risikobereitschaft und Fehlertoleranz sind zentrale Bausteine, das umgehende Sanktionieren oder ewige Nörgeln von möglichen Risiken oder Fehlern hat einer neuen Kultur und Haltung Platz zu geben.

Nach spannenden Einblicken, Denkanstößen und Raum für innovative Gespräche endet das Symposium mit einem gemütlichen Ausklang mit Erfrischungen. Alle Beteiligten und Veranstalter sind sich sicher, dass das Joseph-Schumpeter Symposium nicht nur ausgesprochen gelungen war, sondern auch so wichtig ist, dass es seine regelmäßige Fortsetzung finden soll.

DFK-Vorsitzender Andreas Altmann sieht den Auftrag des Deutschen Freundeskreises erfüllt, die Universität Innsbruck, die Medizinische Universität Innsbruck und MCI | Die Unternehmerische Hochschule® mit renommierten Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen, nachbarschaftlichen Dialog und Begegnung sowie wissenschaftliche Exzellenz und herausragende Studienleistungen zu fördern.

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Beim DFK handelt es sich um einen Zusammenschluss angesehener Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Zielsetzung des DFK ist die ideelle und materielle Förderung der Universitäten in Innsbruck einschließlich des MCI und ihrer Studierenden, die Förderung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit dieser Universitäten, die Vernetzung ihrer Absolventinnen und Absolventen mit der Wirtschaft und die Pflege der freundschaftlichen Beziehungen seiner Mitglieder (www.deutscher-freundeskreis.at).

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